Gründung des Fischereivereins Dortmund e. V.
Der Fischereiverein Dortmund e. V. verdankt seine Entstehung einer Anregung des Vorstandes des Fischereivereins für Westfalen und Lippe. Dieser wünschte sich, dass die ihm seitens der Kanalverwaltung zu Münster übertragene Ausnutzung der Fischerei auf dem Dortmund-Ems-Kanal durch Zweigvereine ausgeführt würde.
Bald nach der Betriebsöffnung des Kanals im Frühjahr 1899 und der feierlichen Eröffnung durch Kaiser Wilhelm II. am 11. August 1899 fand in Münster eine Versammlung statt. Ziel war es, den Kanal auch in Bezug auf die Fischerei nutzbar zu machen.
Der Vorsitzende des Fischereivereins für Westfalen und Lippe, Herr Geheimrat Federath, sowie Landrat in Brilon, machte dabei den Vorschlag, die Dortmunder Kanalhaltung einem neu zu gründenden Fischereiverein mit Sitz in Dortmund zur Bewirtschaftung zu übertragen. Dieser Vorschlag fand lebhafte Zustimmung.
Nachdem auch der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Herr Schmieding, die Angelegenheit unterstützt hatte, fand am 14. Januar 1901 im „Römischen Kaiser“ in Dortmund eine Vorstandssitzung des Fischereivereins für Westfalen und Lippe statt, in der die Angelegenheit eingehend erörtert wurde.
Im Anschluss an diese Sitzung wurde unter dem Vorsitz von Herrn Geheimrat Federath eine öffentliche Versammlung abgehalten. Auf Einladung erschienen zahlreiche Freunde und Gönner des Fischereiwesens aus Westfalen und Lippe.
Anwesend waren unter anderem:
- Landeshauptmann Holle, Münster
- Oberfischmeister Baurat Nuyken, Münster, als Vertreter des Herrn Oberpräsidenten
- Regierungsrat Haxter, Arnsberg, als Vertreter des Herrn Regierungspräsidenten
- Stadtbaurat Bovermann, Dortmund
- Polizeiassessor Kienitz, als Vertreter des Herrn Oberbürgermeisters von Dortmund.

Mitbegründer des Fischereiverein Dortmund und
Vorsitzender von der Gründung bis 1912
Gründung des Angelsportvereins Dortmund
Der Vorstand des Fischereivereins setzte sich mit Ausnahme des Kassierers Herrn Innocens Darius Plazikowski, aus Nichtanglern zusammen. In den Generalversammlungen abgehalten, in der alle Vereinsangelegenheiten das Jahr über erörtert wurden, entwickelte sich meistens im Anschluss an den offiziellen Gedankenaustausch mit den Mitgliedern über Erfahrungen aus dem Wasserleben ein Austausch der Angler untereinander. Da sich hier immer wieder zeigte, dass die Vorstandsmitglieder, die selbst keine Angler waren, diese Aussprachen kaum folgen konnten, aber deren Ablauf nicht stören wollten, entstand der Wunsch, trotzdem die Anglerleben zu fördern.
Es entwickelte sich daher ein eigenes Sportanglergremium im Vorstand, Herr I. D. Plazikowski, regelmäßig Zusammenkünfte der Angler ins Leben zu rufen. In diesen Zusammenkünften konnten die Teilnehmer zwanglos zusammenkommen und Erfahrungen austauschen, die bei der Bewirtschaftung der Gewässer wertvoll sein konnten.
Weshalb später der Angelsportverein Dortmund, der seine Entstehung Zusammenkünften an den Sonntagen zu verdanken hatte, verdankt dem Fischereiverein Dortmund und vor allen Dingen dem Goldschmied Herrn Plazikowski, der seine Goldschmiede an der Rheinischen Straße hatte.
Eine Zusammenkunft, die Herr Plazikowski am 11. Dezember 1903 vorbereitet hatte, wurde Gründungstag des Angelsportverein Dortmund. Anwesend waren mehrere Angler des Fischereivereins Dortmund. Im Anschluss an die Versammlung wurde der Angelsportverein gegründet und wurde von demselben auch aufgenommen. Als Statut galt das des Deutschen Anglerbundes mit unwesentlichen Änderungen.
Dem Vereinsvorstand gehörte Herr Dr. med. Crone, der am 14. Februar 1904 auch Beisitzer im Vorstand des Fischereivereins Dortmund wurde.
Der Vorstand des Fischereivereins Dortmund erhoffte von dem neuen Verein eine wesentliche Förderung des Fischereiwesens und hoffte auf eine enge Zusammenarbeit zum Wohle seiner Mitglieder, sowie sachverständigen Rat beim Aussetzen von Fischen in den Dortmund-Ems-Kanal.
Weitere Zusammenarbeit beider Vereine
Nun bestanden beide Vereine friedlich nebeneinander. Die Mitglieder des Angelsportvereins waren auch Mitglieder des Fischereivereins und umgekehrt. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht, gemeinsame Ausflüge und Angelfahrten durchgeführt, Geräte gebastelt, usw. Der Fischereiverein unterstützte den neuen Angelsportverein durch Zuschüsse zu Maßnahmen aus Beiträgen, Landes-, des Reiches und anderer Stellen zu verzeichnen, die den Angelsport förderten. Ebenso wurden Zuschüsse des Fischereivereins dem Angelsportverein, der kein eigenes Vereinsvermögen besaß, zur Verfügung gestellt. Zur Anschaffung von Literatur u. a. fanden Anerkennung und bereitwillige Erfüllung.
Die Ausschmückung der Rieselfelder durch den Fischereiverein Dortmund wird in den Jahresberichten des Fischereivereins von 1901 bis 1914, die im Stadtarchiv aufbewahrt werden, besonders erwähnt.
Im Jahre 1904 schieden zwei Mitbegründer des Fischereivereins, die auch an Zustande kommen des Angelsportvereins einen entscheidenden Anteil hatten, durch Tod aus dem Vereinsleben. Herr Julius Overbeck war in jagdlichen und fischereilichen Dingen eine Autorität und tiergerechter Waidmann bekannt. Gediegene Kenntnisse der Lebensweise einheimischer Fische und vieler anderer Tiere sowie langjährige Erfahrung befähigten ihn, bei vielen Vereinen in den Vorstandssitzungen und bei den Generalversammlungen der Fischervereine von Kassel bis Danzig aktiv mitzuwirken.
Herr Innocens Darius Plazikowski, aktives Vorstandsmitglied, Mitbegründer und Förderer der Vereine verstarb im gleichen Jahr in Dortmund an den Folgen eines tragischen Unfalls. Er war ein eifriger Angler von der Gründung des Angelsportvereins an bis zu seinem Tode. Er war mit einer der ersten, die in Dortmund den Angelsport betrieben. Herr Plazikowski hat keine Mühen gescheut, den beiden Vereinen zu helfen und den Mitgliedern bei der Ausübung des Angelsports sowie den Freunden und Gönnern beider Vereine mit Rat und Tat beizustehen. Durch seine Arbeit und sein Wirken hat er in die Wege geleitet, für beide Vereine einen bedeutenden Beitrag an ihrer Entwicklung geleistet. An dieser Stelle bleibt beiden guten Naturfreunden und waidgerechten Anglern ein ehrendes Andenken bewahrt.
